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Fugenausdrückgerät - Zum Entfernen von Fugendichtstoffen wie z. Bsp. Asbest


Ab Mitte der fünfziger Jahre wurden bis 1990 auf dem Gebiete der neuen Bundesländer ca. 2,15 Millionen Wohnungen in Fertigteilbauweise der verschiedenen Konstruktionssysteme und Laststufen, die meisten davon in Plattenbauweise, gebaut. In verschiedenen Gebäudetypen wurden asbesthaltige Materialien sowohl im Wohnungsinneren als auch im Außenwandbereich eingesetzt. Vor dem Rückbau bzw. Abriss der betroffenen Gebäude muß hier generell eine Asbestentsorgung durchgeführt werden.


Von den heute als Gefährdungspotential in der Bausubstanz vorhandenen
Asbestprodukten kommt dem asbesthaltigen polymergebundenen Fugendichtstoff Morinol eine besondere Bedeutung zu. Der Fugendichtstoff Morinol fand an verschiedenen Stellen der Wohngebäude sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich Verwendung. Er diente im Außenbereich zum Abdichten der Horizontal- und Vertikalfugen der Außenwandplatten, zur Fugenabdichtung an der Loggiaplatte sowie zum Abdichten der Fensterleibungen und der Hauseingänge.
Im Innenbereich wurde er zum Abdichten der Fugen zwischen Treppenlauf und Innenwand, zum Eindichten der Klingelkästen und der Müllschluckeranlage eingesetzt.


Im Rahmen der Instandhaltung und Modernisierung der Gebäude sowie beim Rückbau der Gebäude durch Demontage oder beim Abbruch ist das asbesthaltige Material unter Berücksichtigung des Arbeits-, Gesundheits und Umweltschutzes zu entfernen und entsprechend der gültigen Regeln für den Umgang mit Gefahrstoffen zu entsorgen. Diese Leistungen sind als Voraussetzung vor jeglichen Baumaßnahmen zu erfüllen.


Der Gefahrstoff wird mit einem hydraulischen Fugenausdrückgerät aus den Fugen zwischen den Betonelementen herausgedrückt. Das Fugenausdrückgerät besteht aus zwei Scherenteilen. Der untere Teil ist gabelförmig und liegt an den beiden Fugenseiten auf. Der obere Teil ist ein schmaler Finger entsprechend der Fugengeometrie. Durch das Öffnen der Schere wird der Fugendichtstoff langsam aus der Fuge herausgerückt. Der Antrieb des Drückwerkzeugs erfolgt hydraulisch. Durch eine wechselweise Beaufschlagung des Hydraulikzylinders ist ein sukzessiver Ausbau des Fugenkittes möglich. Das Arbeitsgerät hängt frei an einer elektrischen Seilwinde. Durch den Bediener wird das Gerät nur geführt, somit wird ein ermüdungsfreies Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum möglich.


Für die Durchführung der Arbeiten ist kein Einrüsten der Fassade notwendig. Der Bediener arbeitet von einem Gelenksteiger oder von einer Hängebühne aus und führt das an einer Seilwinde gehaltene Gerät.
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